Big Data @Maintenance: Neue Wege bei den Instandhaltunsprozessen von konventionellen Kraftwerken (DE)

Big Data @Maintenance: Neue Wege bei den Instandhaltunsprozessen von konventionellen Kraftwerken (DE)

17:45 - 18:15 l Datastage l Predictive Manufacturing

Im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung in der Industrie rief RWE Power/Generation das Projekt Big Data@RWE-Generation ins Leben. Darin soll untersucht werden, ob sich aus dieser immer mehr an Bedeutung gewinnenden Technologie, bzw. deren technologischen Möglichkeiten, auch Effizienzsteigerungen für den Betrieb und die Instandhaltung von Kraftwerken ableiten lassen. Das Projekt Big Data@RWE-Generation wird dabei auf die gesamte Wertschöpfungskette der RWE Power und der RWE Generation angewendet.

So wurde beispielhaft der Instandhaltungsprozess für die Kraftwerksflotte genau untersucht. Derzeit werden hier Entscheidungen auf Basis einer heterogenen Landschaft von Systemen und Datenquellen getroffen, die nicht vollständig transparent sind und es, insbesondere unter Zeitdruck, dem zuständigen Referenten schwierig machen, eine vollständige Analyse historischer Betriebs- und Instandhaltungsdaten vorzunehmen und diese ggf. mit den Daten anderer Kraftwerksblöcke zu vergleichen, um die wirtschaftlich beste Lösung zu finden. Diese Situation soll durch eine datenunterstützte Instandhaltungsplanung verbessert werden. Dafür benötigt der Kraftwerksreferent einen umfassenderen, aber dennoch vereinfachten Überblick über den Zustand des jeweiligen Kraftwerks, bzw. der Kraftwerkskomponente, um mögliche Instandhaltungsmaßnahmen abzuleiten und das entsprechende Budget optimal zu allokieren.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurden drei wesentliche Schritte definiert:
1. Schaffung von Transparenz:
Zunächst werden die wichtigsten Zusammenhänge zwischen dem Zustand und den abzuleitenden Instandhaltungsmaßnahmen für einen Block identifiziert, evaluiert und die wichtigsten Trends abgeleitet.
2. Optimiertes Vorgehen („Best practice sharing“):
Die im ersten Schritt hergestellten Zusammenhänge werden für jeden Block miteinander verglichen. Dadurch ergibt sich eine „Best practice“, natürlich abhängig von den jeweiligen technischen Detailgegebenheiten.
3. Handlungsempfehlungen („Next best action“):
Durch Vergleich möglicher Instandhaltungsmaßnahmen in Abhängigkeit vom Zustand des jeweiligen Kraftwerksblocks werden Handlungsvorschläge für den verantwortlichen Kraftwerksreferenten generiert.
Diese drei Schritte sollen mit der Implementierung eines „Kontinuierlichen Verbesserungs-Prozesses“ flankiert werden , um so dem zuständigen Referenten ein sich immer weiter entwickelndes Werkzeug für die Planung von Instandhaltungsmaßnahmen an die Hand zu geben.
Über diese drei Schritte hinaus sind weitere Anpassungen vorzunehmen, wie z.B. bei der IT-Architektur, um die Anzahl an Datenquellen, IT-Systemen und Schnittstellen optimal und einheitlich zu strukturieren. Außerdem muss auch dem „Human Factor“ Rechnung getragen werden, also der unterschiedlichen Herangehensweise der verschiedenen Akteure. Im Rahmen eines Machbarkeitsnachweises (Proof of Concept, PoC) soll zunächst nur eine Kraftwerkskomponente (der Luftvorwärmer, LuVo) mit einer Auswahl an Parametern, Datenquellen und Systemen untersucht werden, um die Komplexität für eine solche Systementwicklung zu reduzieren.
Ziel des PoC ist zum einen zu untersuchen, ob die Qualität der zur Verfügung stehenden Daten hinreichend hoch ist und zum anderen die Fragestellung zu beantworten, ob ein solches Werkzeug tatsächlich zu einer Effizienzsteigerung beitragen kann. Parallel wird ein Arbeitsplan für eine mögliche Implementierung hinsichtlich der wichtigsten Komponenten aller Braunkohle-, Steinkohle- und Gaskraftwerksblöcke erstellt.

Natividad Jordan EscalonaOfficer for Research & Development, RWE Power AG